Rieselestein - Höchenschwander Sagenpfad
Augenblick - Eine geheimnisvolle Sage über Zwerge, einen heilenden Karfunkelstein und einen Riesen – und darüber, wie der Rieselestein bei Höchenschwand zu seinem Namen kam.
Der Rieselestein ist nicht nur mit einer geheimnisvollen Sage verbunden, sondern erinnert auch an die Geschichte des mittelalterlichen Bergbaus und die frühen Siedlungsanfänge in Höchenschwand.
Im Schwarzwald spielte der Silberabbau vor allem im Mittelalter eine wichtige Rolle. Auch auf dem Höchenschwander Berg wurde nach dem begehrten Edelmetall gesucht. Besonders im Schwarza- und Fohrenbachtal legten Bergleute Stollen an, in denen sie das Silber mühsam mit Hammer und Meißel aus dem Gestein schlugen. Die Arbeit tief unter der Erde war hart und gefährlich. Die Bergleute zogen häufig von einem Stollen zum nächsten, je nachdem, wo ihr Grundherr neue Einnahmen benötigte.
Als Ausgangspunkt für den Bergbau auf dem Höchenschwander Berg diente unter anderem der Ort Segalen. Burgen wie Tombrugg, Leinegg und Gutenburg sollten die wertvollen Bodenschätze sichern und verteidigen. Noch heute weisen ehemalige Stollen, Gräben, Pochstellen und Verhaue in der Gemeinde auf den einstigen Bergbau hin. Auch in anderen Teilen des Schwarzwalds, etwa am Schauinsland und im Wiesental, sind Spuren dieser Zeit zu finden. Das gewonnene Silber wurde unter anderem in Freiburg oder Basel zu Münzen verarbeitet und war im Mittelalter ein wichtiges Zahlungsmittel. Mit der Entdeckung großer Edelmetallvorkommen in Amerika verlor der Silberabbau im Schwarzwald zunehmend an Bedeutung.
Das Gebiet oberhalb des Rieselesteins gehört zugleich zu den ältesten Siedlungsplätzen Höchenschwands. Der Dorfbrunnen in der Brunnenmatte war bis ins 20. Jahrhundert eine zentrale Anlaufstelle für die Wasserversorgung. Auf rund 1.000 Metern Höhe war Wasser eine unverzichtbare Lebensgrundlage. Höchenschwand entwickelte sich aus vier alten Lehenshöfen, von denen einer in der Nähe des Dorfbrunnens lag.
So verbinden sich am Rieselestein die Spuren des Bergbaus mit der Geschichte der frühen Besiedlung – und mit der Sage vom Zwerg und dem Riesen, die dem Felsen seinen Namen gegeben haben soll.
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