Timo Conzelmann

Der Konditormeister aus Waldshut-Tiengen

Nach knapp zehnjähriger Walz auf beiden Seiten des Rheins zog es den jungen Konditor 2011 zurück in die schöne Heimat, um 2015 mit seiner Partnerin Julia Wrona (links im Bild) den gemeinsamen Lehrbetrieb, das Café Albrecht in der Waldshuter Innenstadt, zu übernehmen. In der blassrosa-farbenen Hausparzelle aus dem 16./17. Jahrhundert mit dem schmuckvollen Stuck und der hübschen Bienen-Verzierung, weshalb sie auch „Haus zum Bienenkorb“ genannt wird, wird bereits seit 1882 Back- und Naschwerk verkauft. Das Traditionscafé verzaubert seine Kunden mit süßen und herzhaften Kreationen, wobei besonderer Wert auf den Einsatz regionaler Zutaten gelegt wird sowie auf den Verzicht von künstlichen Zusatzstoffen, erklärt Inhaber Timo Conzelmann. Auch Konditoreikunstwerke mit regional-historischem Bezug, wie die „Waldshuter Hexentürmle“ können bei ihm als süßes Urlaubssouvenir erworben werden.

Als gebürtiger Waldshuter kennt er die Stadt und die Umgebung von Klein auf - von der Rheinpromenade über das Wildgehege bis hin zu den Wäldern rund um die Stadt. Doch als Vollblut-Gastronom liegt ihm natürlich besonders die Innenstadt von Waldshut am Herzen: „Jedem Gast würde ich unbedingt einen Besuch in der Waldshuter Altstadt empfehlen. Sie bietet einen ganz besonderen Flair, in den Sommermonaten schon fast mediterran. Die Kaiserstraße lädt nicht nur zum Shoppen ein. Zahlreiche Restaurants und Cafes sind mit ihren gemütlichen Terrassen prädestiniert zum Verweilen, Flanieren oder einfach zum Genießen. Auch ich genieße dieses Ambiente sehr gerne in meiner Freizeit!

In Waldshut findet zudem jährlich das größte Volksfest am Hochrhein statt: die Chilbi. Ihre Tradition geht bis auf das Jahr 1468 zurück. Damals wurde das habsburgische Waldshut von schweizerischen Truppen belagert, doch dank einer List, die die Junggesellen sich ausgedacht hatten, konnte die Armee der Schweizer zum Frieden überzeugt werden. Diese List bestand darin, dass der letzte Schafsbock der fast ausgehungerten Stadt gemästet und auf den Verteidigungsmauern entlanggeführt wurde. Dies signalisierte den Schweizer Heerführern eine ausreichende und bessere Versorgung als der Belagerer, worauf sie bereit waren den Kampf um die Stadt einzustellen. Dieser Bock wird seitdem traditionell mit dem Chilbibock von den Junggesellen präsentiert und an diesen Friedensschluss erinnert die Waldshuter Chilbi. Die „Junggesellenschaft 1468“ ist dabei der Träger der Chilbi, deshalb ist dieses Fest für mich als Mitglied der „Vereinigung der ehemaligen Junggesellen e.V.“ jedes Jahr ein spannendes Highlight.

 

Des Weiteren bin ich sehr gerne an verwunschenen Flecken im Hotzenwald unterwegs, wie zum Beispiel dem „Krai woog Gumpen“, der „Teufelsküche“ im Albtal oder ich mache mit meiner Partnerin einen entspannten Spaziergang über den „Tausendfüssler“ in Laufenburg. Der romantische Uferweg auf der badischen Rheinseite hat seinen Namen von den vielen Betonpfählen, auf denen er ruht. Ein toller Rundweg, der die badische mit der Schweizer Rheinseite verbindet, ist die Laufenburger Acht – absolut empfehlenswert!“