Skulptur "Grenzgänger"
Die Bronzeskulptur „Grenzgänger“ von Jürgen Goertz auf dem Conrad-Gröber-Platz ist ein zentraler Anziehungspunkt für Besucher. Als moderne Interpretation des „Waldshuter Männle“ symbolisiert sie den Konflikt zwischen Tradition und Fortschritt.
Die vieldiskutierte Bronzeplastik des renommierten Bildhauers Jürgen Goertz aus Angelbachtal im Kraichgau wurde im Dezember 1992 am Conrad-Gröber-Platz, direkt vor dem Oberen Tor, eingeweiht. Ursprünglich war die Figur als klassisches „Waldshuter Männle“ – die traditionelle Symbolgestalt der Stadt – für einen Brunnen vor dem Rathaus vorgesehen. In der künstlerischen Umsetzung entschied sich Goertz jedoch für eine moderne und ironische Neuinterpretation, die heute Besucher der Stadt begrüßt.
Die Skulptur stellt eine moderne Figur dar, die eindrucksvoll den Spannungszustand zwischen Beharren und Fortschritt sowie zwischen Tradition und gebremster Bewegung verkörpert. Mit einem ironischen Augenzwinkern hat der Künstler Merkmale integriert, die menschliche Verhaltensweisen widerspiegeln:
- Der aufgeblähte Bauch: Er steht symbolisch für das „Herunterschlucken“ von Problemen.
- Die Dynamik: Die Figur scheint sich in einer Bewegung zu befinden, die jedoch scheinbar im Kreis führt.
Jürgen Goertz verbindet mit seinem Werk einen gesellschaftlichen Auftrag. Er versteht seine künstlerischen Äußerungen zu Zeitproblemen als überparteilichen und friedlichen Beitrag zur Gestaltung eines menschenwürdigen Lebens. Die Skulptur soll eine pluralistische Gesellschaft zum „Gedankenwiderspruch“ herausfordern und fordert von den Betrachtern Toleranz sowie Respekt vor der Meinung und Leistung anderer ein. Das Werk entstand im zeitlichen Kontext der Neugestaltung der Kaiserstraße zur Fußgängerzone. Im Jahr 1988 nahm Goertz als einer von zehn Künstlern an der Ausschreibung für die künstlerische Gestaltung neuer Brunnenskulpturen teil und ging daraus als Sieger hervor.
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Grenzgänger
Bismarckstrasse
79761 Waldshut-Tiengen