Görwihl: Zur Gletschermühle Krai-Woog-Gumpen
Mittel
Eine abwechslungsreiche und zugleich hinsichtlich Länge und Schwierigkeit moderate Wanderung führt uns durch eine reizvolle Schwarzwaldlandschaft hin zu einem besonderen Naturdenkmal im Schwarzenbachtal.
Details der Tour
Empfohlene Jahreszeit
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Besonderheiten der Tour
Aussichtsreich / Geologische Highlights
Über einen exzellenten Aussichtspunkt, der bei klarer Witterung schöne Blicke über die bewaldeten Höhen und Täler der Umgebung freigibt, erreichen wir schließlich den Krai-Woog-Gumpen – ein spannendes und zugleich geheimnisvolles Exkursionsziel abseits der bekannten Wege.
Gletschermühlen zählen zu den besonders sehenswerten Hinterlassenschaften des Eises in ehemals glazial überprägten Gebieten. Sie entstehen durch die rotierende Bewegung von Schmelzwasser und Geröll, das sich über lange Zeit in den Fels fräst. Ob es sich bei den Kolken am Krai-Woog-Gumpen – der Name bedeutet so viel wie „laut rauschender Wasserfall in einer Senke“ – tatsächlich um diese Form der Glazialerosion handelt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Das erst 1955 entdeckte und freigelegte Naturdenkmal ist zwar in der Umgebung als Gletschermühle ausgeschildert, doch wird diese Entstehungstheorie heute mehrheitlich bezweifelt. Viele Fachleute gehen inzwischen davon aus, dass es sich vielmehr um eine rein fluviale Erosionsform handelt, die erst nach der Eiszeit durch die Kraft des fließenden Wassers entstanden ist.
Unabhängig von seiner geologischen Einordnung ist der Gumpen ein ausgesprochen reizvolles Ziel in einem ansonsten ruhigen und wenig besuchten Teil des Schwarzwaldes. Die Wanderung dorthin lädt dazu ein, die Natur bewusst zu genießen, zur Ruhe zu kommen und einen entspannten Halbtagesausflug in schöner Umgebung zu verbringen.
Autorentipp
An heißen Sommertagen bietet sich beim Wasserfall für alle Zwei- und Vierbeiner reichlich Gelegenheit für eine Abkühlung, Badesachen nicht vergessen!
Aber der Wasserfall ist nicht die einzige Stelle für ein kurzes oder auch längeres Hundbad. Die Wühren am Anfang lassen Hundeherzen höher schlagen.
Wegbeschreibung
Wir starten beim Wanderparkplatz Sägmoos, 750m orientieren uns nach Nordosten und laufen gemütlich hinab zum Wühreabgang. Hunde lieben diese flachen Wasserwege, deren Ursprung bis zum Mittelalter verfolgt werden kann. Geschickt wird das Wasser dem Höllbach entnommen und in die künstlichen Kanäle geleitet. Entlang der blauen Raute geht es nun über einen breiten Weg, nach der Überquerung der Straße über einen kleinen Pfad und zuletzt entlang der Kreisstraße zur Einkehrmöglichkeit am Eichrüttehof, 780m.
Wir wechseln die Farbe im Wanderzeichen von blau auf gelb und steigen nach rechts auf eine aussichtsreiche Kuppe und noch etwas weiter zu einer Panoramasitzbank. Nun nach links und knapp 200m weiter wiederum links abbiegen. Wir verlassen hier für einen kurzen Abschnitt die Rauten Markierung, um den Ortsteil Hartschwand oberhalb zu umgehen. Bei einer weiteren Sitzbank überqueren wir eine kleine Straße, halten uns weiter immer konsequent geradeaus, passieren einige Wohnhäuser und gelangen so zum nördlichen Ortsende von Hartschwand. Hier treffen sich zahlreiche Wege bei einem Kreuz, auch sehen wir auf der rechten Seite die blaue Raute wieder, der wir nun über ein kleines Sträßlein talwärts folgen.
Zunächst passieren wir die Burger Säge, 760m, wo wir abermals auf die gelbe Raute wechseln. Bald geht der Forstweg in eine Straße über, die wie auch die folgende jedoch wenig bis kaum befahren ist und den Wandergenuss daher nicht merklich trübt. Auf der linken Straßenseite können wir uns beim Hermannstollen über die Hotzenwälder Bergbaugeschichte informieren. Nur wenige Minuten später führt rechter Hand ein kleiner Pfad zum Wasserfall unterhalb des Krai-Woog-Gumpens. Hier laden einige Bänke zu einer ausgiebigen Rast ein, zudem besteht die Möglichkeit für alle Zwei- und Vierbeiner für eine Abkühlung im Wasser. Der eigentliche Gumpen befindet sich wenige Meter oberhalb und ist über einen steinig-wurzeligen Pfad zu erreichen. Dieser führt auch zur Infotafel an der Straße zurück, auf der wir den Weg zur Schwarzen Säge, 873m, fortsetzen.
Links abbiegend gelangen wir zum Wegweiser Schwarzwasen und nach links hinauf zum Wegweiser Erzlöcher, 910m, der ebenfalls an den historischen Bergbau erinnert. In der Folge führt uns die Route insgesamt wellig durch den Kirchspielwald, passiert eine kleine Hütte und führt schließlich wieder hinauf zum Igelacker, 930m, wo wir auf den Hotzenwald-Querweg treffen. Seine weiß-schwarze Raute auf gelbem Grund schickt uns nach links, meist aussichtsreich am Waldrand entlang und durch eine herrliche Laubwaldpassage zum Abzweig Rohrbach und schließlich auf breitem Weg zurück zu unserem Ausgangspunkt.
Ausrüstung
Feste Wanderschuhe mit Profilsohle, Trekkingstöcke, dem Wetter angepasste Kleidung, Rucksackverpflegung.
Sicherheitshinweise
z. B. Zwischen Lissabon und Porto ist die Infrastruktur noch nicht so gut ausgebaut. Die Etappen von einer Unterkunft zur nächsten können dementsprechend lang und abenteuerlich sein.
Buchempfehlungen des Autors
Pollmann, Bernhard (2019): Schwarzwald Süd. 11. Auflage. ISBN: 978-3763342174, 59 Wanderungen im Südschwarzwald.
Schopp, Matthias (2019): GeoWandern Schwarzwald. 1. Auflage. ISBN: 978-3763332038, 40 Wanderungen im Schwarzwald mit geographischem Bezug.
Kuhnle, Martin (2019): Schwarzwald Süd/Mitte Mehrtagestouren. 2. Auflage. ISBN: 978-3763344345, 9 Mehrtageswanderungen im Südschwarzwald.